Kostenpflichtiges Verlinken?

Gerechtigkeits-Rhetorik ist in, erst recht in Wahlkampfzeiten. Fairplay ist toll! Natürlich sind wir auch alle für Freiheit und Demokratie. Kritischen Qualitäts-Journalismus finden wir auch ganz dufte. Und jeder weiß: Google ist böse!
Wenn man Hubert Burdas Kommentar zum “Journalismus im Internet” liest, könnte man fast zu Tränen gerührt feststellen, dass sich hier einer in Robin-Hood-Manier für das Gute einsetzt.
Doch die Realität ist sehr einfach: Burda möchte mehr Geld verdienen und dabei ein großes Stück vom Kuchen abbekommen, den Suchmaschinen wie Google mit Werbung verdienen. Warum? Weil Google zum Beispiel Focus-Artikel verlinkt. Abgekürzt soll das heißen: Verlinken geht nicht mehr, jedenfalls nicht kostenlos. Da wird der Verleger dann auch sehr konkret und fordert die “rechtliche Absicherung der wirtschaftlichen Basis”. Der Gesetzgeber möge also bitte einschreiten. Dass man Suchmaschinen auch ganz einfach blocken könnte, ignoriert Burda hingegen.
Zu befürchten ist, dass der Gesetzgeber tatsächlich einschreitet, wenn die großen Verleger laut heulen. Selbst wenn dieser dann lediglich große Suchmaschinen, die viel Geld verdienen, im Visier haben sollte, darf getrost davon ausgegangen werden, dass dann das Internet als Informationsmedium endgültig zu Grabe getragen werden kann. Man wird in einem Gesetzestext kaum zweifelsfrei festlegen können, wer dann noch wen zu welchen Konditionen verlinken darf.

Wie? Das ist Panikmache? Es ist unrealistisch, dass es soweit kommt? Mag sein, aber wer hätte es vor einigen Monaten für möglich gehalten, dass diese Bundesregierung sogar den Einstieg in die Internet-Zensur vollzieht?
Interessant ist in diesem Zusammenhang das Interview mit Ulrike Langer im aktuellen Trackback-Podcast (ab der 29. Minute).

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